Unter dem Motto „NRW wird blau“ lud der AfD-Kreisverband Hamm am 28. Februar 2026 in den Europasaal nach Hamm-Bockum-Hövel. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung von fünf Bewerbern für die Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2027. Die Veranstaltung war geprägt von deutlicher Kritik an der aktuellen Landes- und Bundespolitik sowie von klar formulierten politischen Forderungen.

Sozialpolitik und Migration im Fokus

Marion Baumgart aus Viersen eröffnete die Vorstellungsrunde mit dem Thema Sozialleistungsmissbrauch. Sie schilderte anhand eines Fallbeispiels strukturelle Schwächen bei staatlichen Kontrollmechanismen und kritisierte bestehende gesetzliche Regelungen zur Vaterschaftsanerkennung und Staatsangehörigkeit. Aus ihrer beruflichen Erfahrung in kommunalen Behörden leitete sie die Forderung nach strengeren Prüfverfahren und konsequenteren gesetzlichen Anpassungen ab.

Wirtschaft, Euro und Bargeld

Michael Immel aus Mönchengladbach griff wirtschafts- und finanzpolitische Themen auf. Er äußerte Kritik an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und warnte vor einer zunehmenden Einschränkung wirtschaftlicher Freiheit durch digitale Währungen. Besonders das Bargeld stellte er als Symbol persönlicher Freiheit heraus. Zudem sprach er sich für eine grundlegende Reform der Euro-Politik aus und forderte langfristig eine stärkere nationale Währungssouveränität.

Seniorenpolitik und Pflege

Ina Welzenbach aus Duisburg legte ihren Schwerpunkt auf Seniorenpolitik. Sie kritisierte die aus ihrer Sicht unzureichende Vorbereitung des Landes auf den steigenden Pflegebedarf sowie eine fehlende politische Lobby für ältere Menschen. Insbesondere Altersarmut und strukturelle Defizite in der Pflegeausbildung seien zentrale Herausforderungen. Sie kündigte an, sich im Landtag verstärkt für die Interessen älterer Bürger einzusetzen.

Infrastruktur und Verkehr

Klaus Esser, Landtagsabgeordneter, thematisierte den Zustand der Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen. Er verwies auf sanierungsbedürftige Brücken und kritisierte die Organisation und Zuständigkeiten zwischen Land und Bund. Zudem wandte er sich gegen eine ideologisch geprägte Verkehrspolitik und sprach sich für eine stärkere Berücksichtigung des Individualverkehrs aus.

Rechtsstaat und Demokratieverständnis

Dominik Fiedler aus Mülheim an der Ruhr stellte juristische Fragestellungen in den Mittelpunkt. Er betonte die Bedeutung parlamentarischer Kontrolle, rechtsstaatlicher Prinzipien und einer aus seiner Sicht stärkeren Orientierung am Bürgerwillen.

Bundestagsbericht und bundespolitische Themen

Als sechster Redner berichtete der Bundestagsabgeordnete Hauke Finger aus seiner Arbeit im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages. Neben steuerpolitischen Reformvorschlägen stellte er Einsparpotenziale im Bundeshaushalt sowie Konzepte zur Vereinfachung des Steuersystems vor. Zudem ging er auf aktuelle bundespolitische Debatten ein.

Klare Abgrenzung und programmatische Schwerpunkte

Die Veranstaltung war insgesamt von einer deutlichen Abgrenzung gegenüber den etablierten Parteien geprägt. Kritisiert wurden unter anderem Migrations-, Sozial-, Wirtschafts- und Energiepolitik. Gleichzeitig stellten die Redner die eigenen politischen Schwerpunkte heraus: Bürokratieabbau, steuerliche Entlastung, stärkere Kontrolle staatlicher Leistungen, Schutz des Bargelds sowie eine aus Sicht der Partei konsequentere Innen- und Sozialpolitik.

Die Veranstaltung diente der Mobilisierung im Vorfeld der Landtagswahl 2027 und unterstrich den Anspruch der Partei, ihre Position in Nordrhein-Westfalen weiter auszubauen.

Zum Abschluss bedankte sich der Kreisverband ausdrücklich bei allen Rednern für ihre Beiträge sowie bei den zahlreichen Gästen für die rege Teilnahme und das große Interesse an der Veranstaltung